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Epilepsie-Chirurgie
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Heinz Gregor Wieser und Michael Fischer
Einleitung
Das Ziel der kurativen resektiven chirurgischen Epilepsiebehandlung ist es, durch Entfernung der Anfalls-induzierenden Strukturen Anfallsfreiheit zu erwirken, ohne zusätzliche intolerable Ausfälle in Kauf zu nehmen.
Der Beginn der wissenschaftlich begründbaren, modernen epilepsiechirurgischen Ära wird üblicherweise auf 1886 datiert. Damals resezierte der erst 29-jährige Neurochirurg Victor Horsley eine kortikale Narbe bei James B. im National Hospital for the Paralysed and Epileptic, Queen Square. Wichtige spätere Stationen waren die Einführung der klassischen Temporallappenresektion durch Percival Bailey 1947 in Chicago und durch Wilder Penfield in Montreal, die Einführung der Hemisphärektomien, die Verwendung stereotaktischer Methoden, und die palliativen Unterbrechungs-Operationen, z.B. die Balkendurchtrennung (Kallosotomie). In letzter Zeit kamen hinzu die selektive Amygdala-Hippokampektomie, die multiple subpiale Transsektion, sowie Vagusnerv-Stimulation, und einige sich noch im experimentellen Stadium befindliche Techniken und Verfahren, wie z.B. die radiochirurgische Behandlung von bestimmten Epilepsieformen mittels Gamma-Knife, und die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS).
Die Epilepsiechirurgie hat in der Schweiz eine lange Tradition (Abb. 1). Sie geht auf den Begründer der Schweizer Neurochirurgie Prof. Hugo Krayenbühl zurück. Der erste Epilepsiechirurgische Eingriff mit intraoperativen EEG-Ableitungen (Elektrokortikographie - Prof. Rudolf Hess) wurde im Kantonsspital Zürich im Mai 1949 durchgeführt. Meilensteine in der Epilepsiechirurgie des Universitätsspitals Zürich waren die Einführung der Stereoelektroenzephalographie (1969/70; Dr. C.Bernoulli/Prof. J.Siegfried), die Entwicklung der selektiven Amygdala-Hippokampektomie (1975; Profs. Yasargil/Wieser), die Entwicklung der Foramen-ovale Elektroden Technik für präoperative Abklärungen beim Syndrom der Mesialen Temporallappenepilepsie (1984; Prof. Wieser), die Entwicklung des selektiven Amobarbital-Temporallappen Gedächtnis-Tests (1986; Profs. Valavanis/Wieser/Landis/Regard) und die Entwicklung spezieller mikrochirgischer Techniken für tief und hinten im Schläfelappen gelegene epileptogene Läsionen (Prof.Yonekawa, seit 2000).

Abb. 1 : Von links nach rechts: Prof. Hugo Krayenbühl. Prof Rudolf M.Hess, Dr.Christoph Bernoulli, Prof. Gazi Yasargil (rechts, nach seiner letzten Hippokampektomie in Zürich; mit Wieser links), Prof.Yasuhiro Yonekawa
Die seit 1976 von Prof. Wieser geführte Liste epilepsiechirurgisch behandelter Patienten umfasst derzeit 883 epilepsiechirurgische Eingriffe, darunter 519 selektive Amygdala-Hippokampektomien. In dieser Zeitspanne wurden 320 intraoperative Elektrokortikographien durchgeführt. 265 Patienten wurden präoperativ mit Foramen ovale Elektroden, 141 mit Stereo-elektroenzephalographie, 37 mit subduralen Streifen- und Gitterelektroden, und 128 Patienten mit Amytal-[=Wada-]Tests abgeklärt.
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