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Neurochirurgische Intensivmedizin
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In der im Jahre 2001 neu eingerichteten Neurointensiv- und Interdisziplinären Überwachungs-Station werden jährlich bis zu 1500 Patienten behandelt. Im Laufe der letzten Jahre hat sich im Trend der akuten Schlaganfalltherapie das Patientengut gewandelt. Neben der bisherigen postoperativen Versorgung neurochirurgischer Patienten werden vermehrt Patienten mit schweren zerebrovaskulären Erkrankungen (vor allem Hirnblutungen) auf der Neuro-Intensivstation behandelt. Als Parameter des Schweregrades und des hohen Anteils an Langzeitpatienten hat sich in den letzten 4 Jahren die Anzahl Beatmungstage mehr als verdreifacht. In der Schlaganfallakuttherapie wurden in den letzten Jahren neue Behandlungskonzepte entwickelt, welche zu signifikant besseren klinischen Ergebnissen führen. Der Einrichtung von Spezialstationen wie Neuro-Intensivstationen kommt hierbei entscheidende Bedeutung zu. Erkrankungen des Zentral-Nervensystems erfordern, dass allgemeine intensivmedizinische Konzepte den besonderen Bedürfnissen des geschädigten Gehirns angepasst werden. Hirndurchblutung und Sauerstoffangebot an das Gehirn werden verbessert und Stoffwechselstörungen so behandelt, dass das Gehirn von zusätzlichen Schädigungen bewahrt wird und optimale Verhältnisse zu seiner Erholung geschaffen werden. Spezialstationen erlauben die konsequente Realisierung dieser grundlegenden Behandlungskonzepte, so dass neue Therapieverfahren evaluiert und in den klinischen Alltag umgesetzt werden können. Die Neurointensivstation des Universitätsspitals Zürich ist als einzige „Neuroscience Intensive Care Unit“ in der Schweiz anerkannt.
Neurointensivstationen ermöglichen den Einsatz neuer Therapieverfahren: Seit kurzem ist es möglich, den Hirnstoffwechsel und damit den Sauerstoffverbrauch des Gehirns -ähnlich wie in einem Winterschlaf- zu senken. Dies wird erreicht, indem mit bestimmten Medikamenten (Barbiturate) eine sehr tiefe Narkose aufrechterhalten wird und die Körpertemperatur des Patienten durch Kühlung auf 33°C bis 34°C gesenkt wird (Hypothermie). Nach ersten Erfahrungen sind diese neuen Therapieformen effektiv in der Behandlung von frischen, ausgedehnten Ischämien (Durchblutungsstörungen). Allerdings sind sie intensivmedizinisch äusserst aufwendig und mit schweren, potentiell lebensgefährlichen Nebenwirkungen (Pneumonien, Sepsis) verbunden. Sie setzen neben den Standardeinrichtungen einer Intensivstation spezielle apparative Ausrüstungen und Fachwissen zum Neuromonitoring voraus. Das Neuromonitoring beinhaltet Messmethoden zur kontinuierlichen Ueberwachung von Durchblutung, Sauerstoffstoffwechsel und Funktion des Gehirns.
Die neuen Therapieverfahren sind nur erfolgreich, wenn in der akuten Phase des Schlaganfalls erfahrene Neurochirurgen, Neuroradiologen, Neurologen und Neurointensivmediziner auf Spezialstationen optimal zusammenarbeiten können. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Neurodisziplinen und speziell geschultem Intensivpflegepersonal, sowie mit Physio- und Ergotherapeuten können Therapiekonzepte für das Gehirn weiterentwickelt und die Patienten nach neuestem wissenschaftlichen Stand behandelt werden.
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