Wie läuft ein fokussierter Ultraschall ab?

Vorbesprechung der Behandlung mit Patienten und Angehörigen

Der fokussierte Ultraschall bedeutet einen wichtigen Einschnitt im Leben eines Patienten, aber auch seiner Angehörigen. Über die Behandlung wird an vielen Orten informiert. Leider sind viele dieser Informationen widersprüchlich und verwirrend. Aus diesem Grund legen wir grossen Wert auf ein gemeinsames Gespräch zwischen Neurologen (Prof. Baumann), Neurochirurgen (PD Dr. Stieglitz und Dr. Markus Oertel), Patienten und Angehörigen, bei dem wir die Behandlungsindikation, den Eingriff, den Ablauf der Behandlungen, Chancen und Risiken im Detail erläutern.

Vor der Behandlung

Abhängig von der zu behandelnden Erkrankung ist es in der Regel sinnvoll, vor dem Eingriff ein paar Tage stationär für eine umfassende Abklärung einzutreten. Andere Untersuchungen können ambulant stattfinden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden zusammen mit den Patienten und ihren Angehörigen diskutiert, individuell werden Chancen und Risiken abgewogen. Danach erfolgt der Entscheid für oder gegen die Behandlung.

Ein Tag vor dem Eingriff tritt der Patient ins Spital ein. In diesem Rahmen können beispielsweise bei Parkinson-Patienten die Medikamente schrittweise reduziert werden. Es erfolgt auch ein Vorgespräch mit dem behandelnden Anästhesisten, und ein nochmaliges Gespräch mit dem Neurochirurgen.

Der Behandlungstag

Vorgängig wird der Schädel rasiert, da zwischen Haaren (selbst zwischen kurz geschnittenen Haaren) immer Luftbläschen gefangen sind, die für Schallwellen nahezu unüberwindbar sind. Das Rasieren führen wir gemeinsam mit Ihnen im Spital durch. Eine Vorbereitung zu Hause ist nicht erforderlich.

Am Morgen werden Sie im Zimmer abgeholt und durch unsere Mitarbeiter ins MRI-Zentrum des Kinderspitals Zürich begleitet, wo der Eingriff stattfindet. Die Stationierung des Behandlungsgeräts im Kinderspital ist historisch bedingt (ursprünglich war vorgesehen, Behandlungen im Wesentlichen bei Kindern durchzuführen - heute erfolgen die meisten Behandlungen bei Erwachsenen).

Als nächster Schritt wird in örtlicher Betäubung ein "Stereotaxierahmen" am Kopf angebracht. Dabei handelt es sich um einen Metallring, der an vier Stellen (links und rechts an der Stirn, beidseits am Hinterkopf) mit Dornen schmerzlos durch die Haut am Knochen fixiert wird. Der Zweck dieses Rings ist im Wesentlichen, zu verhindern, dass Sie während der Behandlung den Kopf bewegen können. Zusätzlich wird eine Gummidichtung angebracht.

In Rückenlage auf dem Behandlungstisch wird der Raum oberhalb der Augenbrauen und Ohren mit speziell entgastem Wasser aufgefüllt. Dadurch entsteht eine Verbindung für die Schallwellen von den insgesamt 1024 Ultraschallquellen ("Transducer") zum Kopf.

Vor der eigentlichen Behandlung wird ein neues Kernspintomogramm (MRT) des Kopfes angefertigt. Die Untersuchung dauert ca. 30 Minuten. Die Bilder werden am Computer exakt mit den bereits früher von Ihnen angefertigten MRT-Aufnahmen übereinander gelegt und die Planung des Ziels wird übertragen. Häufig wird nach dieser Untersuchung die Position des Transducer-Helms über Ihrem Kopf minimal korrigiert, um eine möglichst optimale Positionierung der 1024 Schallquellen um den geplanten Zielpunkt herum zu erreichen.

Jetzt folgen die eigentlichen "Sonikationen". Jede einzelne Sonikation dauert nur wenige Sekunden. Gleichzeitig werden durch den MRT-Scanner, in dem Sie liegen, Bilder des Kopfes angefertigt, die die Erwärmung des Gewebes überwachen. Es wird mit sehr wenig Energie begonnen und zunächst nur überprüft, ob die Erwärmung des Gewebes wirklich genau dort erfolgt, wo sie gewünscht ist. Nach dieser Bestätigung wird die Energie schrittweise erhöht und so eine Erwärmung auf bis ca. 50°C erreicht. Diese Energie reicht aus, um einen verübergehenden Effekt zu erzielen, erzeugt aber keine bleibende Läsion (das bedeutet, der Effekt lässt nach Minuten wieder nach). Unsere Neurologen (Prof. Baumann, Dr. Imbach) prüfen die Wirksamkeit der Behandlung zwischen den einzelnen Sonikationen. Ist der erwünschte Effekt dann bestätigt, wird nochmals die Energie erhöht und eine Erwärmung auf 55-60°C erreicht. Der Effekt, der dadurch erzielt wird, ist in der Regel permanent.

Die gesamte Behandlung dauert, abhängig von vielen ganz individuellen Faktoren, zwischen 3 und 4 Stunden.

Nach der Behandlung

Nach dem Eingriff bleiben Sie in der Regel noch eine Nacht im Spital. Falls nach dem Eingriff vorübergehend eine Gangunsicherheit auftritt, wird eine ambulante oder stationäre Rehabilitation diskutiert.

Nachkontrollen

Ca. 6 Wochen nach dem Eingriff erfolgt eine Nachkontrolle in der neurochirurgischen Sprechstunde. Dabei werden die Wunden kontrolliert und allgemein der Behandlungserfolg beurteilt. Ein halbes Jahr nach der Operation werden zwingend viele Untersuchungen, welche bereits vor der Operation durchgeführt wurden, wiederholt – dies dient der Qualitätssicherung des Eingriffs, aber auch der individuellen Anpassung der Behandlung.