Schmerzchirurgie und andere Funktionelle Störungen

Die chirurgische Behandlung von Schmerzen hat eine lange Tradition. Ideal ist natürlich die Beseitigung einer Schmerzursache, wie beispielsweise eines Bandscheibenvorfalles. Oft jedoch bestehen Schmerzen, deren Ursache sich nicht beheben lässt, wie beispielsweise Phantomschmerzen nach einer Nervendurchtrennung (oder Amputation). Medikamente können diese Schmerzen oft nur bedingt kontrollieren und ihre Dosierung ist durch das Auftreten von Nebenwirkungen begrenzt.

Die Ansätze der modernen Schmerzchirurgie sind daher unterschiedlich. Zum einen besteht die Möglichkeit, Schmerzmittel ganz gezielt an den Ort ihrer gewünschten Wirkung zu applizieren. Dies wird durch die Implantation von Schmerzpumpen erreicht, die kontinuierlich winzige Mengen an Schmerzmitteln direkt in den Spinalkanal abgeben. Durch diese gezielte Gabe ist es möglich, eine um Faktor 100 geringere Dosierung anzuwenden. Dies bewirkt vor allem, dass die Nebenwirkungen viel geringer ausfallen. Eine häufige Anwendung sind Schmerzen, welche durch Tumore ausgelöst werden.

Ein anderer Ansatz ist die sogenannte Neuromodulation. Durch Stimulation von Nerven, beispielsweise im Rückenmark, kann das Empfinden von Schmerzen vermindert werden. Diese Behandlung eignet sich beispielsweise beim Failed Back Surgery Syndrom (FBSS).