Schonende Hirnoperationen

Erstmals in der Schweiz haben Neurochirurgen am UniversitätsSpital Zürich einen Hirntumor mit Hilfe eines Lasers behandelt. Die neue Methode stellt eine schonende Alternative zu aufwändigen Hirnoperationen dar.

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Kürzlich sorgten Neurochirurgen, Neuroradiologen und Anästhesisten am UniversitätsSpital Zürich für eine schweizweite Premiere: Erstmals behandelten sie mit Hilfe eines Lasers Tumorgewebe im Gehirn einer Patientin. Wenig später gelang ein weiterer Eingriff bei einem jungen Mann. „Beide Operationen sind sehr gut verlaufen“, sagt PD Dr. Oliver Bozinov, Leitender Arzt in der Klinik für Neurochirurgie.

Das Verfahren, das die Spezialisten anwendeten, nennt sich stereotaktische Laserablation und ist erst seit kurzem in Europa zugelassen. „Ein grosser Vorteil ist, dass es für Patienten sehr schonend ist“, sagt Dr. Bozinov. Im Gegensatz zu manchen aufwändigen offenen Hirnoperationen ist für die neue Methode lediglich ein Hautschnitt von drei Millimetern und ein winziges Bohrloch im Schädel nötig. Ein Katheter wird eingeführt und tötet mit Hilfe von Laserlicht das befallene Gewebe ab. „Anders als nach einer offenen Operation fühlen sich die Patienten recht fit, sobald sie aus der Vollnarkose erwachen“, sagt der Neurochirurge. Einen weiteren Vorteil des neuen Verfahrens sieht Bozinov in dessen hoher Präzision – für Eingriffe im Gehirn besonders wichtig. Ermöglicht wird dies durch modernste Technik. So werden die Spezialisten beim Eingriff von bildgesteuerten und computergesteuerten Zielführungssystemen unterstützt.

Geeignet für kleine, tief liegende Läsionen

Trotz aller Vorteile ist die Methode kein Ersatz für die in solchen Fällen übliche Bestrahlung, wie Dr. Bozinov hervorhebt. „Sie kann aber eingesetzt werden, falls die Standardtherapie nicht greift.“ So gibt es etwa strahlungsresistente Hirntumore sowie Fälle, in denen sich Bestrahlung als Therapie nicht eignet. Vielmehr kann die stereotaktische Laserablation als Alternative zu einer offenen Hirnoperation verstanden werden. Allerdings eigne sich die neue Methode nur für vergleichsweise kleine Läsionen bis zu einem Durchmesser von etwa zwei Zentimetern, wie Bozinov relativiert.

Der USZ-Facharzt betont aber, dass die Behandlung mit Laser für manche Patienten einen grossen Vorteil darstellen kann. „Nämlich für solche mit eher kleinen, aber sehr tief liegenden Läsionen.“ Zudem ist der Neurochirurge überzeugt, dass die noch sehr junge und zurzeit noch recht aufwändige OP-Methode weiter Fortschritte machen wird. So hat sie sich in den USA, wo sie bereits seit 2007 angewandt wird, bewährt. Demnach könnten neben Patienten mit kleineren Tumoren vor allem solche mit Epilepsie davon profitieren.


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